Die Moschee

MOSCHEEN UND IHRE GESCHICHTE

Die erste Moschee

Die Bezeichnung „Moschee“ kommt von dem arabischen „Masdschid“. Angelehnt an das
arabische „Sudschud“ (Niederwerfung), bezeichnet die Moschee den „Ort der Niederwerfung“.

Dem Koran zufolge war die erste Moschee, also die erste Gebetsstätte auf Erden die Kaaba in Mekka, genannt „Masdschid al-Harâm“. Sie wurde ursprünglich von Adam (a), dem ersten Propheten, erbaut: „Siehe, das erste Haus, das für die Menschen errichtet wurde, ist das in Bekka [Mekka], als Segen und als Leitpunkt für die Weltbewohner!“(3:96)

Historisch und religiös von besonderer Bedeutung ist aber auch der Masdschid al-Aksâ in Jerusalem. Beide Gebetsstätten wurden einer Überlieferung des Gesandten Gottes Muhammad (s) zufolge als die frühesten Gebets-stätten der Menschheit errichtet. Als die erste zur Zeit des Propheten von Muslimen eingerichtete Gebets stätte gilt die kleine Moschee im Haus Abû Bakrs (r). Sie wurde von ihm vorwiegend dazu benutzt, um dort Gebete zu verrichten und den Koran zu rezitieren. Die historisch größte Vorbildfunktion für alle späteren Moscheen hatte jedoch der Masdschid an-Nabawî in Medina. Der Prophet selbst war es, der zum Bau der Masdschid an-Nabawî, der Prophetenmoschee, aufrief und bei ihrem Bau mithalf. Der Bau des Gebäudes war eines der ersten Handlungen Muhammads (s) nach seiner Auswanderung nach Medina. Diese Moschee war es dann auch, die von ihrem Aufbauprinzip her zum Prototyp der Moschee überhaupt wurde.

 

MIHRAB

Mihrab
Mihrab

 

Beim Betreten einer Moschee fällt den meisten Besuchern als erstes der „Mihrab“ auf. Hierbei handelt es sich um eine Nische in der Wand des Gebetsraums, die die Gebets-richtung in der Moschee anzeigt. Gemäß dem Gebot des Koranverses „So wende nun dein Angesicht zur heiligen Anbetungsstätte (Kaaba)! Wo immer ihr auch seid, kehrt euer Angesicht ihr zu! (2:144) ist die Gebetsrichtung der Muslime die Kaaba in Mekka. In diese Richtung zeigt auch der Mihrab. Selbst für auswärtige Muslime ist es somit ein Leichtes, die Gebetsrichtung in einer Moschee zu finden. Während des gemeinsamen Gebetes stellt sich der Imam vor den Mihrab und leitet von dort aus das Gebet.

 

MINBAR

Minbar
Minbar

 

Von der „Minbar“ aus hält der Imam die Freitags- und Fei-ertagspredigt. Dazu steigt er einige Stufen auf den Minbar hoch und hält im Stehen die Predigt . Diese Praxis geht auf den Propheten zurück, der sich auf einen Palmstumpf stellte, damit er während seiner Predigt von allen gesehen werden konnte. Daraus entwickelte sich in späterer Zeit der Minbar.

 

KURSI

Kursi
Kursi

 

Für Predigten außer den Freitags- und Feiertagspredigten steht dem Imam der „Kursi“ zur Verfügung. Dabei handelt es sich um eine etwas angehobene Sitzfläche für den Imam, üblicherweise zur Linken der Gebetsnische platziert.

 

DIKKA

Dikka
Dikka

 

In der Moschee befindet sich in der Mitte oder im hinte-ren Bereich des Gebetsraums eine leicht erhöhte Stufe, die „Dikka“ genannt wird. Die Dikka ist der Platz des Gebetrufers.

 

TEPPICH

Gebetsteppich
Gebetsteppich

 

Der Gebetsraum ist mit einem Teppich ausgelegt und wird aus hygienischen Gründen ohne Schuhe betreten. Der Farbe und dem Muster des Teppichs sind keine Grenzen gesetzt, so dass in den Moscheen Deutschlands zahlreiche Variationen vorzufinden sind.

 

TASBIH

Tesbih
Tesbih

 

Der Empfehlung des Gesandten Allahs folgend sprechen die Gläubigen nach den Gebeten dreimal je 33 Lobpreisungen. Dreiunddreißigmal wird dabei von dem einzelnen Gläubigen „Subhânallah“ („Erhaben ist Allah“), „Alham-dulillâh“ („Lob gebührt Allah“) und „Allâhu akbar“ („Allah ist größer“) gesprochen. Als Hilfsmittel wird dabei eine Gebetskette benutzt, die man entweder selbst mitbringt oder zahlreich im Gebetsraum vorfinden kann. Aufgeteilt in drei Abschnitte mit je 33 Perlen soll sie dem Gläubigen das Zählen erleichtern. Verpflichtend ist die Nutzung der Gebetskette jedoch nicht.

 

KUBBA

Kubbe
Kubbe

 

Neben dem Minarett besitzen einige wenige Moscheen in Deutschland auch eine Kuppel (Kubba). Die Kuppel als Element der Moschee ist zumeist bei Bauten zu finden, die an die osmanische Moscheearchitektur angelehnt sind. Moscheekuppeln sind oft in schönen Farben und mit wertvollen Kachelmosaiken verziert.

 

VERZIERUNGEN

Verzierungen
Verzierungen

 

Für Muslime kann Allah nicht in Bilder gefasst werden. Auch soll der Gläubige beim Gebet sein Haupt nicht vor einem Geschöpf verbeugen, auch wenn es lediglich eine bildliche Darstellung ist. So gibt es in der Moschee weder Bildnisse noch Skulpturen. Zur Verzierung des Gebetsrau-mes kommen an den Wänden und in der Kuppel meistens Koranverse in Form von Kalligraphien zum Einsatz. Am häufigsten handelt es sich dabei um kalligraphische Dar-stellungen von Koranversen sowie der Worte „Allah“ und „Muhammad“. In größeren Moscheen stößt man aber auch auf kunstvolle Ornamente. Die Kalligraphien und Orna-mente haben nicht nur eine gestalterische Funktion. Sie sollen mit ihrem textlichen Inhalt und ihrer Form an die Allgegenwärtigkeit Gottes erinnern. Beliebt und verbreitet ist auch das Ausschmücken der Moschee mit kunstvoll geformten Lampen und Glaselementen.

 

MINARETT

Minaretten
Minaretten

 

Das Minarett ist der Turm, von dem aus zum Gebet ge rufen wird. Das Wort „Manâra“, von welchem Minarett abstammt, kann man als „Ort des Lichts“ ins Deutsche übersetzen. Besonders in muslimischen Ländern erkennt man eine Moschee auf Anhieb am Minarett. In der Frühzeit des Islams wurde der Gebetsruf (Ezan) vom Dach der Moschee oder von einer Mauer in der Nähe ausgerufen. In der muslimi-schen Überlieferung tat dies erstmals Bilâl (r), ein aus Abessinien stammender ehemaliger Sklave und der erste Gebetsrufer der Muslime.Ein Minarett als Turmanbau soll als erstes die Moschee von Kairouan in Tunesien (8. Jahrhun-dert) geschmückt haben. Heute sind Minarette an Moscheen in allen er denklichen architekto-nischen Formen vorzufinden. An Moscheen in Deutschland sind sie jedoch noch eher selten zu finden. Traditionell diente das Minarett zum Gebets-ruf. Dabei ruft der Gebetsrufer die Muslime zu fünf Tageszeiten – bei Morgendämmerung, am Mittag, am Nachmittag, am Abend und in der Nacht – mit folgenden Worten zum Gebet:

Allâhu akbar, Allâhu akbar, Allâhu akbar, Allâhu akbar.
Allah ist größer, Allah ist größer, Allah ist größer, Allah ist größer.

Aschhadu allâ ilâha illallâh, Aschhadu allâ ilâha illallâh.
Ich bezeuge, dass es keine Gottheit gibt außer Allah.
Ich bezeuge, dass es keine Gottheit gibt außer Allah.

Aschhadu anna Muhammadar rasûlullâh, Aschhadu anna Muhammadar rasûlullâh.
Ich bezeuge, dass Muhammad der Gesandte Allahs ist.
Ich bezeuge, dass Muhammad der Gesandte Allahs ist.

Hayya âl as-salâh,  Hayya âl as-salâh.
Kommt zum Gebet, kommt zum Gebet.

Hayya âl al-falâh, Hayya âl al-falâh.
Kommt zum Heil, kommt zum Heil. 

Allâhu akbar, Allâhu akbar.
Allah ist größer, Allah ist größer.

Lâ ilâha illallâh.
Es gibt keine Gottheitaußer Allah.